In un­se­rer sich schnell ent­wi­ckeln­den Zeit blei­ben die klei­nen und gro­ßen Ge­schich­ten vor den Schul­to­ren oft­mals un­ge­nutzt, um den Ein­stieg in die Ge­schich­te zu fin­den und aus der Ver­gan­gen­heit für die Zu­kunft zu ler­nen. Der Zeit­rei­se­bus lässt Schü­le­rin­nen und Schü­ler in die Ge­schich­te rei­sen und lädt zum Ent­de­cken, Er­fah­ren und Er­for­schen ein. Da­bei sind die Teil­neh­men­den im­mer im Mit­tel­punkt des Ge­sche­hens. Wie gut das ge­lingt, lässt sich an ih­ren Fra­gen ab­le­sen, die sie in die­sem «Denk­ma­lan­ders»-Pro­jekt ent­wi­ckelt ha­ben. Be­ant­wor­tet wur­de von Ex­per­tin­nen und Ex­per­ten aus Müns­ter. ... 
Der Jüdische Friedhof
Der jü­di­sche Fried­hof an der Ein­stein­stra­ße in Müns­ter ist die letz­te Ru­he­stät­te zahl­rei­cher Per­sön­lich­kei­ten, die das Er­schei­nungs­bild der Stadt ma­ß­geb­lich ge­prägt ha­ben. Die Grab­stei­ne, In­schrif­ten und Ge­stal­tungs­ele­men­te auf die­sem Fried­hof, der seit 1812 ge­nutzt wird, stel­len his­to­ri­sche Zeug­nis­se dar und er­zäh­len von der deutsch-jü­di­schen Kul­tur- und So­zi­al­ge­schich­te. Dies schlie­ßt die Blü­te­zeit der jü­di­schen Ge­mein­de wäh­rend des Kai­ser­reichs und der Wei­ma­rer Re­pu­blik ein, aber auch den schmerz­li­chen Ab­bruch die­ser Epo­che durch die De­por­ta­tio­nen in der Na­zi-Zeit von 1941 bis 1943. Zu­gleich wird der Neu­an­fang ab 1945 und die Wie­der­auf­nah­me jü­di­schen Le­bens sicht­bar.
WER WAR DABEI?


Schü­le­rin­nen und Schü­ler ei­ner 8. Klas­se der Frie­dens­schu­le, ei­ner Bi­schöf­li­chen Ge­samt­schu­le, und ei­ner 5. Klas­se von der Mat­hil­de-An­ne­ke-Ge­samt­schu­le ha­ben den jü­di­schen Fried­hof ken­nen­ge­lernt und Fra­gen ent­wi­ckelt. Be­ant­wor­tet wur­den sie von Ma­rie-The­res Wa­cker, Pro­fes­so­rin (i.R.) für Al­tes Tes­ta­ment und Theo­lo­gi­sche  Frau­en­for­schung und Lud­ger Hie­pel, Aka­de­mi­scher Rat, bei­de an der Ka­tho­lisch-Theo­lo­gi­schen Fa­kul­tät der Uni­ver­si­tät Müns­ter.
WEITERFORSCHEN:

Es gibt zwei Pro­jek­te, die viel über das jü­di­sche Le­ben er­zäh­len: „Di­gi­ta­le Stadt­rund­gän­ge auf jü­di­schen Spu­ren in Müns­ter“ und „Der Jü­di­sche Fried­hof an der Ein­stein­stra­ße“. Ent­wi­ckelt wur­den sie vom „Ver­ein zur För­de­rung des Jü­di­schen Fried­hofs an der Ein­stein­str. e.V.“.
DIE GEISTSCHULE
In den spä­ten 1920er und frü­hen 1930er Jah­ren wur­de die Gar­ten­vor­stadt Ha­bichts­hö­he am süd­li­chen Stadt­rand von Müns­ter ent­wi­ckelt und um­fass­te 650 Woh­nun­gen. Die Be­woh­ner die­ser Sied­lung hat­ten na­tür­lich auch Kin­der, wes­halb der Be­darf an ei­ner Schu­le ent­stand. Im Jahr 1929 wur­de die Geist­schu­le er­rich­tet, ein Ge­bäu­de, das da­mals als mo­dern und gro­ßzü­gig galt. Seit 1986 steht die­ses Ge­bäu­de un­ter Denk­mal­schutz. Doch was er­zählt es uns heu­te von sei­ner Ge­schich­te? Und wie kann es den An­for­de­run­gen ei­nes in­klu­si­ven und zeit­ge­mä­ßen Un­ter­richts ge­recht wer­den?











WER WAR DABEI?

Die Pri­mus­schu­le ist ei­ne der 300 Schu­len in Deutsch­land, die of­fi­zi­ell in das welt­wei­te Netz­werk der Unesco-Pro­jekt­schu­len auf­ge­nom­men wur­den. Bei den Auf­nah­me­kri­te­ri­en geht es ne­ben den Maß­nah­men zum Kli­ma­schutz, auch um Chan­cen­gleich­heit und hoch­wer­ti­ge Bil­dung. Die Schü­le­rin­nen und Schü­ler ab Klas­se 5 be­su­chen den Stand­ort Geist. Ei­ne al­ters­ge­misch­te Klas­se hat sich mit dem Pro­jekt «Denk­ma­lan­ders» erst­ma­lig mit ih­rer Schu­le als Denk­mal be­schäf­tigt. Für die Schu­le hat die Kunst­päd­ago­gin An­drea We­ge­ner das Pro­jekt or­ga­ni­siert und ko­or­di­niert. Die Fra­gen der Schü­le­rin­nen und Schü­ler hat Sig­rid En­gel­mann be­ant­wor­tet. Sie ist Denk­mal­pfle­ge­rin an der Städ­ti­schen Denk­mal­be­hör­de in Müns­ter.
Das ehemalige Friedensdenkmal
Frü­her be­fand sich am Ka­no­nen­gra­ben das Frie­dens­denk­mal, ein fast fünf Me­ter ho­hes Denk­mal, das an den West­fä­li­schen Frie­den er­in­ner­te. Die­ses Denk­mal wur­de im Ver­lauf von Kriegs­hand­lun­gen ein­ge­schmol­zen und an­ders als ei­ni­ge Krie­ger­denk­mä­ler wur­de es nie wie­der er­rich­tet. Auf dem Pla­teau, wo das Denk­mal einst stand, be­fin­det sich heu­te ein Pé­tan­que-Platz (Boule-Platz) mit Sitz­ge­le­gen­hei­ten. Die Her­aus­for­de­rung für die Schü­le­rin­nen und Schü­ler be­stand in der Fra­ge, wie man ein Denk­mal er­forscht, das nicht mehr exis­tiert.
WER WAR DABEI?

Ei­ne ach­te Klas­se vom Schil­ler­gym­na­si­um und der Ge­schichts­leis­tungs­kurs von der Frie­dens­schu­le ha­ben sich auf die Su­che nach dem ehe­ma­li­gen Denk­mal ge­macht. Das Schil­ler­gym­na­si­um ge­hört wie die Pri­mus­schu­le zum Netz­werk der Unesco-Pro­jekt­schu­len. Die Fra­gen, die von bei­den Jahr­gangs­stu­fen ent­wi­ckelt wur­den, hat Dr. Phil­ipp Erd­mann be­ant­wor­tet. Er ist der stell­ver­tre­ten­de Lei­ter vom Stadt­ar­chiv Müns­ter. Dort forscht er zur Ge­schich­te der Stadt Müns­ter und ver­sucht al­len Leu­ten zu hel­fen, die das sel­ber ma­chen wol­len.
Alle Ergebnisse auf einer Karte
Die Er­geb­nis­se aus der App #stadt­sa­che mit dem jun­gen Blick auf die ge­bau­te Ge­schich­te las­sen sich auf der Kar­te auf­ru­fen. An al­len drei Denk­ma­lor­ten wur­de mit den glei­chen Auf­ga­ben ge­ar­bei­tet: Zu­nächst ging es dar­um, den Ort auf sich wir­ken las­sen. Es wur­de nach Spu­ren von Krieg und Frie­den ge­schaut und Fra­gen an das Denk­mal ge­sam­melt, die spä­ter mit den Ex­per­tin­nen und Ex­per­ten be­spro­chen wur­den.  Ab­schlie­ßend konn­te das Denk­mal noch auf Qua­li­tät der Ver­mitt­lung un­ter­sucht wer­den. 
Rückblick & Ausblick
Die Schü­le­rin­nen und Schü­lern ha­ben span­nen­de Ein­bli­cke in die Ge­schich­te ge­won­nen und die Ver­gan­gen­heit auf span­nen­de Wei­se er­lebt. Doch die Rei­se en­det hier nicht. Mit den Er­kennt­nis­sen und Fra­gen, die in die­sem "Denk­ma­lan­ders"-Pro­jekt auf­ge­taucht sind, ist ein wich­ti­ger Grund­stein für die Zu­kunft ge­legt. Denn die Ant­wor­ten der Ex­per­tin­nen und Ex­per­ten aus Müns­ter spor­nen da­zu an, auch wei­ter­hin auf Ent­de­ckungs­rei­se zu ge­hen, um das Ges­tern zu ver­ste­hen und auf die­ser Ba­sis das Mor­gen bes­ser zu ge­stal­ten. 
IM­PRES­SUM: 
Die Web­site ist ein An­ge­bot im Auf­trag der Stadt Müns­ter. Es gilt das städ­ti­sche Im­pres­sum.
Das Land NRW hat das Pro­jekt ge­för­dert.
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